Der Anfang – eine
sehr kühne Idee!
Im Januar 1982 besuchte ein amerikanischer
Universitätspräsident den Bonner Rektor. Er wünschte
Partnerschaft zwischen den beiden Universitäten und Professoren-Austausch.
Auf Unterbringungsmöglichkeiten an seiner Hochschule angesprochen,
erwiderte er knapp und bündig: „Accomodation is no
problem!” Glückliches Amerika! Gerade das war bei uns
ein gravierendes Problem. Austauschvorhaben drohten zu scheitern,
die wissenschaftlichen Kontakte wurden erschwert. Was tun?
Wenige Tage nach dem amerikanischen Besuch
hatte der Rektor die Urkunde für eine 25-jährige Dienstzeit
an Herrn Professor Albach zu überreichen. Ihm berichtete
er von dem Besuch und vom Wunschtraum eines Kommunikationszentrums
an der Universität. Es kam eine verblüffende Antwort,
ebenso knapp und bündig wie die des Amerikaners. Sie lautete:
„Warum fangen wir nicht an?” So fing es an! In einer
für solche Pläne finanziell absolut ungünstigen
Zeit!
Es sollte einem wirklichen Notstand abgeholfen
werden. Einige Sätze aus der Begründung mögen das
erhellen:
Das stürmische Wachstum unserer
Universität in den 60er und 70er Jahren erschwerte auch,
neben anderen gewichtigen Problemen, die angemessene Betreuung
der Gastdozenten. Es waren Anfang der 80er Jahre immerhin über
einhundert Gastwissenschaftler aus aller Welt, die pro Semester
bei uns in Bonn forschten und lehrten. Die Kapazität des
kleinen Universitätsgästehauses in Ippendorf reichte
bei weitem nicht mehr aus, zudem bot dieses kaum Möglichkeiten
für Kontakte oder Veranstaltungen über die bloße
Unterbringung hinaus. Der Universität fehlte ganz offensichtlich
ein Zentrum wissenschaftlicher und menschlicher Begegnung.

Planung – Förderung –
Vereinsgründung
Horst Albach legte bereits am 9. Februar
1982 eine Gedankenskizze zum Vorgehen in Sachen Universitäts–Clubhaus
vor. Es konstituierte sich alsbald ein vorbereitender Gesprächskreis,
dem neben Albach und Rektor Besch die Kollegen Böckle, Hirzebruch,
Ossenbühl, Paul, Pohl, Schneemelcher und Steffen angehörten.
Als Architekt und Mitplaner konnte Professor O. M. Ungers, einer
der Großen seines Fachs, gewonnen werden. Die Pläne
konkretisierten sich und verbanden sich mit den Fragen nach Standort,
Bauland, Finanzierung, Trägerschaft — und immer mit
der Sorge um das Gelingen des Vorhabens überhaupt. Der Vorgang,
ein zähes Schritt-für-Schritt-Verfahren, füllte
Aktenordner und beanspruchte Jahre. Aber er führte zum Ziel.
Wir erhielten Bauland auf der Basis eines
Erbbaurechts, nahe der Universität in bester Lage. Es wurden
Stiftungsmittel für den Bau zugesagt, die Vorsteuerbefreiung
wurde uns in Aussicht gestellt, eine Bauvoranfrage bei der Stadt
Bonn hatte Erfolg. Schließlich kam es am 12. Juli 1986 zur
Gründung eines Trägervereins „Kommunikationszentrum
Universitäts-Club Bonn e.V.” mit Verabschiedung einer
Satzung und Wahl von Vorstand und Verwaltungsrat. Das alles erfüllte
uns mit Genugtuung und Dankbarkeit.
Damals wie heute gilt unser aufrichtiger
und vielfacher Dank:
- dem Land Nordrhein–Westfalen für
die Gewährung des Erbbaurechts auf dem Gelände des
ehemaligen Oberbergamtes,
- „Volkswagen-Stiftung” für
den größeren Teil der Baufinanzierung,
- der Alexander von Humboldt–Stiftung
für unschätzbare Vermittlungen und Hilfestellung
- und der Stadt Bonn für ihr kooperatives
Verhalten in den verschiedenen Phasen der Bauplanung und Baugenehmigung.
Dank gebührt auch den damals folgenden
Rektoren (Böckle, Fleischhauer), die dem Vorhaben mit ihrer
Amtsautorität Stetigkeit verliehen haben, und all jenen Mitgliedern,
die durch ihren frühen Eintritt in den Verein ein Zeichen
der Ermutigung setzten in schwieriger Zeit

Grundsteinlegung – Römerfundament
– Richtfest
Das Clubhaus steht auf Römergrund. Das
konnte man nicht wissen, und die Fachleute nahmen das auch nicht
an. Zudem hatten die vorab angeordneten Probebohrungen nur Aufschüttmaterial
zutage gefördert. Mehr wußte man nicht bei der Grundsteinlegung
am 26.Oktober 1988 in Anwesenheit vieler Mitglieder, Freunde und
Vertreter kommunaler und staatlicher Institutionen. Aber beim
Fundamentaushub stieß man auf dicke Mauerreste und interessante
„Lauf–Horizonte” des wohl vornehmeren Teils
einer alten Römerstadt. Die Bautätigkeit wurde im Einvernehmen
mit dem zuständigen Amt für Bodendenkmalspflege für
mehrere Wochen unterbrochen, alle Funde wurden untersucht und
dokumentiert. Der Erkenntnisgewinn, so die Fachleute, scheint
erheblich zu sein – die Funde boten sich aber offensichtlich
nicht zwingend für eine Dauerrepräsentation für
die Öffentlichkeit an. So konnten wir weiterbauen —
nunmehr mit dem erhabenen Gefühl, eine wahrhaft traditionsreiche
„Grundlage” für unser Clubhaus zu haben.
Knapp ein Jahr nach der Grundsteinlegung
(am 16.Oktober 1989) konnten wir das Richtfest feiern und zum
ersten Mal im Rohbau des großen Vortragssaals mit Freunden
und Förderern auf den schönen Bau und seine alsbaldige
Vollendung anstoßen.
Mit großer Trauer erfüllte uns
allerdings, daß Herr Dipl.–Ing. Karl–Lothar
Dietzsch, Architekt und Leiter des Büros Unger, dies nicht
mehr miterleben konnte. Ihm haben wir viel zu verdanken. Er starb
mitten in den Arbeiten am 26.02.1989.
Die lange Bauzeit brachte den Anwohnern der
Stadt und auch den Kollegen im angrenzenden Historischen Seminar
so manchen Unannehmlichkeit. Für die bewiesene Geduld waren
wir besonders dankbar.

Umbau des Clubhauses im Jahr 2004
In der zweiten Jahreshälfte 2004 fand
ein umfangreicher Umbau des Clubhauses statt, dessen Ziel eine
zeitgemäße und behindertengerechte Umgestaltung des
Hauses war.
Die ehemalige Bibliothek wurde durch das
Herausbrechen zweier Wände zu einem hellen, großen
Tagungsraum erweitert. Um diesen Eingriff in die Statik des Hauses
abzufangen, waren zwei Stahlträger von je 1,5t notwendig,
die mit ungeheurer Präzision durch ein Fenster(!) per Kran
eingesetzt wurden.
Mit eben so großer Genauigkeit wurden die Deckenausschnitte
für die neue Beleuchtung hergestellt. Leider mussten wir
feststellen, dass die angelieferte Lampe, eine Messeneuheit, nicht
einbaufähig war. Selbst der herbeizitierte Hersteller konnte
uns nicht erklären, wie die Leuchte fachgerecht einzubauen
sei. Für das Alternativmodell mussten sämtliche 56 Ausschnitte
in mühevoller Arbeit wieder verkleinert werden.
Die fünf Stockwerke des Hauses sind jetzt zusätzlich
durch einen Aufzug miteinander verbunden. Um diesen Fahrstuhl
in das Treppenhaus integrieren zu können, war die Verlegung
der Treppenläufe notwendig. Es stellte sich heraus, dass
das Treppenauge nicht breit genug war, um das 18 Meter hohe Aufzugschachtgerüst
aufzunehmen. In einer kurzfristig einberufenen Krisensitzung wurden
alle Möglichkeiten diskutiert und beschlossen, die Treppenläufe
um die entsprechenden Zentimeter zu verschmälern. Dies geschah
durch Abschneiden der Stufen. Die Geduld der Hausgäste wurde
bei diesen Arbeiten oft hart auf die Probe gestellt. Nicht nur,
dass sie durch die Bauarbeiten oft morgens ihre Apartments verlassen
mussten und den ganzen Tag keinen Zugang mehr hatten, der Lärm
und der Baustaub stellten zusätzlich eine erhebliche Beeinträchtigung
dar.
Am 23. August waren alle Vorarbeiten abgeschlossen
und das Schachtgerüst wurde auf einem Tieflader angeliefert.
Es war ein spektakuläres Schauspiel als sich das 18 Meter
hohe Stahlgebilde mittels eines ausfahrbaren Krans ca. 25 Meter
in die Luft erhob, um dann ohne Schwierigkeiten im Bauch des Uniclubs
zu verschwinden. Während Architekt und Geschäftsführerin
die Szene vom Dach aus beobachteten bemerkten sie nebenbei, dass
auf dem Dach der Bonner Oper durch Dachdeckerarbeiten ein Brand
entstanden war, den sie von ihrem erhöhten Standpunkt aus
frühzeitig erkennen konnten, so dass die von ihnen herbeigerufene
Feuerwehr Schlimmeres verhindern konnte.
Da die Dachöffnung aus technischen
Gründen nicht sofort geschlossen werden konnte, wurde sie
durch Planen abgedeckt. Ein stürmisches Gewitter hatte dann
an einem Wochenende(!) die Plane beiseite geweht und den Aufzugschacht
in einen Miniteich verwandelt.
In die Apartments im Dachgeschoss wurden
Dachflächenfenster eingebaut; das Clubhaus verfügt endlich
über eine behindertengerechte Toilette und das „Bistro
Pirandello” ist nach der Umgestaltung bereits kurz nach
der Einweihung zu einem Ort der Begegnung geworden.
Auf Grund der durchweg positiven Reaktionen
auf die erfolgten Umbaumaßnahmen kann man sagen: „Aufwand
und Mühe haben sich gelohnt.” |