In Kooperation mit dem Netzwerk Ludwig van B.

ANIMATO - Absolute Programm-Musik?

Seit jeher streiten Fachleute und Publikum über die Frage, ob und wie man Musik mit Worten und Bildern anschaulich und verständlich machen kann. Während die einen darauf beharren, dass Musik ihre eigene Sprache hat, die sich nicht übersetzen lässt (wie ein abstraktes Bild), setzen Publikum und Musikvermittler auf Situationen, Bilder, Assoziationen und beschriebene Emotionen, mit denen Musik verständlicher wird. Beispiele expliziter Programm-Musik (wie z.B. Smetanas "Moldau" oder Strauss' "Zarathustra") gibt es nicht von Schubert oder Chopin - im Gegenteil würde man bei beiden eher von 'absoluter Musik' sprechen. Gleichwohl erhellt sich ihre Musik durch Hintergrund-Informationen: Chopins vier "Balladen" werden gern mit den "Litauischen Balladen" des ebenfalls im französischen Exil lebenden polnischen Nationaldichters Adam Mickiewicz in Verbindung gebracht, die Chopins lebenslanger Liebe zu seiner polnischen Heimat entsprechen; in Schuberts Spätwerk sind „himmlische melodische Längen“ mit einer subtilen Todesnähe verbunden, die immer wieder spürbar wird. 
 
 
 
 
Der junge Pianist Colin Pütz befasst sich in seinem Gesprächskonzert mit der Frage, inwiefern sich die vier Impromptus op. 142 von Schubert und die vier Balladen von Chopiaußermusikalische Informationen auch als "Erzählungen" lesen lassen und das Hörerlebnis vertiefen.
 
 
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