SAVE THE DATE
Steuern wir auf einen globalen Wasser-Bankrott zu?
Wasser ist für Ernährung, Landwirtschaft, Energie, Transport, Erzeugung von Konsumgütern und vieles anderes existentiell.
In den letzten Jahren war Europa von einer Reihe schwerer Dürren betroffen, wo uns diese Tatsa-che schmerzvoll vor Augen geführt wurde. Weite Regionen weltweit sind von Übernutzung und einem schleichenden und möglicherweise nicht-reversiblen Rückgang der Wasserressourcen be-troffen, wofür die UN kürzlich den Begriff des globalen Wasser-Bankrotts („water bankruptcy“) prägten. Dieses Phänomen wird nicht nur in verschwindenden Seen und Reservoirs und einem allgemeinen Fallen der Grundwasserpegel sichtbar, sondern trägt inzwischen auch signifikant zum globalen Meeresspiegelanstieg bei.
Im Vortrag wird nach einer Einführung zunächst auf Messungen, Datenbasis und Modellannah-men eingegangen, auf denen diese Berechnungen basieren. Globale und regionale Trends, sowie deren Ursachen und potentielle Konsequenzen werden beleuchtet.
Da der Rückgang der globalen Grundwassermengen wie auch der Gletscher nur aus dem Weltall effizient vermessen werden kann, ist es auch in wirtschaftlich und politisch herausfordernden Zei-ten notwendig ein globales Erdbeobachtungssystem vorzuhalten. Deutschland hat sein Engage-ment hier weiter ausgebaut.

Jürgen Kusche ist seit 2009 Professor für Astronomische, Physikalische und Mathematische Geo-däsie an der Universität Bonn, nach Stationen an der TU-Delft und am Helmholtz-Zentrum GFZ Potsdam.
Er leitet als Sprecher den Sonderforschungsbereichs SFB1502, in dem Wissenschaftler der Universi-täten Bonn, Göttingen und Heidelberg, des Forschungszentrums Jülich sowie des Deutschen Wetterdienstes die Auswirkung des Landnutzungswandels auf Wasserhaushalt und Klima untersu-chen. Prof. Kusche berät unter anderem auch die Europäische Raumfahrtagentur ESA.
