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Januar | Februar | März | April | Mai | Juni | Juli | August | September | Oktober | November | Dezember

Januar

Montag

08.01.2018

18.00 Uhr

 

Wolfgang-Paul-Saal

5. Bonner Leibniz-Lecture der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Uniclubs Bonn

Prof. Dr. Stefan Grimme
(Theoretische Chemie)

Moderne Chemie mit dem Computer

Grußwort:
Dorothee Dzwonnek
(Generalsekretärin der DFG)

Die Quantenmechanik bestimmt mit ihren Prinzipien wesentlich die Grundlagen der Chemie. Die quantenmechanische Berechnung von Molekülen, Materialeigenschaften und chemischen Reaktionen hat in den letzten 10 bis 20 Jahren zunehmend Eingang in weite Bereiche der Forschung gefunden. Dies ist, neben der immer noch rasanten Entwicklung auf dem Gebiet der Computerhardware, wesentlich auf die Entwicklung von effizienten Algorithmen zur näherungsweisen Lösung der zugrunde liegenden mathematischen (Differential)Gleichungen zurückzuführen. Im Vortrag werden die Grundprinzipien der Simulation von chemischen Phänomenen erklärt und gezeigt, wie Theoretische Chemiker und Experimentatoren gemeinsam Probleme z.B. auf dem Gebiet der Spektroskopie, der Katalyse und neuerdings sogar der pharmazeutischen Wirkstoff-Forschung angehen.

Prof. Dr. Stefan Grimme lehrt Theoretische Chemie an der Universität Bonn und wurde 2015 von der DFG für seine wegweisenden Arbeiten mit dem Gottfried Wilhelm-Leibniz-Preis ausgezeichnet. 1963 geboren, studierte er in seiner Heimatstadt Braunschweig, wo er 1991 auch promoviert wurde. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Wissenschaftlicher Assistent habilitierte er sich 1997 in Bonn bei der Theoretischen Chemikerin Sigrid Peyerimhoff, die 1989 selbst den Leibniz-Preis der DFG erhalten hatte. 2000 übernahm Grimme den Lehrstuhl für Theoretische Organische Chemie an der Universität Münster. 2011 nahm er den Ruf auf die Leitung des Mulliken Centers für Theoretische Chemie an und kehrte so nach Bonn zurück.

Donnerstag
11.01.2018

19.30 Uhr

 

Wolfgang-Paul-Saal


Prof. Dr. Dominik Geppert
(Neuere und Neueste Geschichte)

EUropa ohne Großbritannien?
Ursachen, Verlauf und Folgen des Brexit

Die Volksbefragung vom Juni 2016, die mit einer knappen Mehrheit für den Austritt Großbritanniens aus der EU endete, erscheint manchem als logischer Ausgang einer unglücklichen Ehe, die von Beginn an zum Scheitern verurteilt war. Eine solche Sichtweise ignoriert die zentrale Rolle, die britische Politiker und Beamte bei der Ausgestaltung des Europäischen Binnenmarktes wie auch in den Diskussionen um eine Erweiterung der EU nach Osten und Norden spielten. Sie verkennt, dass die politische Agenda der EU-Kommission heute durchaus britischen Vorstellungen entspricht: mehr Wettbewerbsfähigkeit, Effizienz und Transparenz; die Verwandlung der Subsidiarität vom Schlagwort in eine Handlungs­maxime; ein Gespür für Prioritäten, was europäisch zu regeln ist und was nicht; weniger Bürokratie und mehr Zurückhaltung bei der Produktion neuer Gesetze; stärkere Einbeziehung der nationalen Parlamente – nichts davon widerspricht britischen Vorstellungen. Vor diesem Hintergrund fragt der Vortrag nach den entscheidenden Ursachen, dem wahrscheinlichen Verlauf und möglichen Folgen des Brexit.

Prof. Dr. Dominik Geppert ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Er war von 2000 bis 2005 am Deutschen Historischen Institut in London und 2016/17 Gerda Henkel-Gastprofessor an der London School of Economics. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die internationalen Beziehungen vom 19. bis ins 21. Jahrhundert sowie die deutsch-deutsche und britische Nachkriegsgeschichte. Zuletzt erschien von ihm „Ein Europa, das es nicht gibt. Die fatale Sprengkraft des Euro“ (2. Aufl., Berlin 2013).

Sonntag

14.01.2018

11.00 Uhr

 

Wolfgang-Paul-Saal

Neujahrsempfang

Eröffnung mit musikalischer Darbietung

Montag

15.01.2018

18.30 Uhr

 

Wolfgang-Paul-Saal

Generalmusikdirektor Dirk Kaftan

Vorstellung von Herrn Dirk Kaftan als neuem Generalmusikdirektor des Beethoven Orchesters und der Oper Bonn
(Gemeinsame Veranstaltung des Vereins der Opernfreunde Bonn und des Universitätsclubs Bonn)

Dirk Kaftan wurde 1971 in Marburg geboren und wuchs in Wittlich/Eifel und Kanada auf. Bevor er zu Beginn der Spielzeit 2017/18 den Posten als Generalmusikdirektor des Beethoven Orchesters Bonn und der Oper Bonn antrat, war er seit 2013 Chefdirigent der Grazer Oper und des Grazer Philharmonischen Orchesters. Vor seiner Tätigkeit in Graz war er an den Theatern in Trier, Bielefeld und Münster sowie als erster Kapellmeister in Dortmund und Generalmusikdirektor in Augsburg tätig. Zudem gastierte er europaweit, unter anderem an der Wiener Volksoper und der Königlichen Oper Kopenhagen sowie an der Oper Frankfurt, der Semperoper in Dresden, den Bregenzer Festspielen, der Deutschen und der Komischen Oper in Berlin. Mit der Aufführung der Oper „Penthesilea“ von Otmar Schoeck gelang Dirk Kaftan ein erfolgreicher Auftakt der neuen Spielzeit.

Montag

22.01.2018

19.30 Uhr

 

Wolfgang-Paul-Saal

Prof. Dr. Heinz Beck

(Epileptologie)

Denken verstehen: Können wir das Gehirn entschlüsseln?

Das Gehirn ist das weitaus komplizierteste Organ unseres Körpers, mit annähernd 100 Milliarden Nervenzellen, die auf komplexe Weise miteinander verschaltet sind. Selbst in einfachen Organismen ist das Gehirn in der Lage, komplexe Sinneseingänge aus der Umgebung aufzunehmen, zu interpretieren und in gezieltes Verhalten umzusetzen. Wie geschieht dies, und mit welchen wissenschaftlichen Methoden lassen sich Funktionsprinzipien des Gehirns ableiten? Eine ungewöhnlich hohe Anzahl von neuen Methoden erlaubt uns seit einigen Jahren fundamentale Einblicke in das arbeitende Gehirn. Der Vortrag wird die Faszination dieser neuen Perspektiven, aber auch die derzeitigen Grenzen unseres Verständnisses beleuchten.

Prof. Dr. Heinz Beck, Promotion Summa Cum Laude 1992 in Köln, Heisenberg Stipendium der DFG (2001-2004). Professor für Experimentelle Epileptologie und Kognitionswissenschaften, Leiter NeuroCognition Plattform Life&Brain. Sprecher des Sonderforschungsbereichs SFB 1089 der DFG, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie (2012-14). Auszeichnungen: Bennigsen-Foerder Preis, Alfred-Hauptmann Preis, Int. Michael Preis für Epilepsieforschung, Research Recognition Award der American Epilepsy Society.

Dienstag

30.01.2018

19.30 Uhr

 

Wolfgang-Paul-Saal

Prof. Dr. Matthias Becher

(Mittelalterliche Geschichte)

Vormoderne Macht und Herrschaft.
Zugänge, Phänomene, Perspektiven

Unter dem Eindruck der zunehmenden Globalisierung konzentriert sich die Geschichtswissenschaft darauf, diese weltweite Verflechtung und ihre Voraussetzungen als Entwicklung seit dem „langen 19. Jahrhundert“ (Jürgen Osterhammel) zu beschreiben. Dabei zeigt sich, dass diese ohne eine Analyse der überkommenen politisch-gesellschaftlichen Organisationsformen nicht adäquat verstanden werden können. Den politischen Strukturen mit ihren Grundelementen ‚Macht‘ und ‚Herrschaft‘ kommt hierbei elementare Bedeutung zu. Nur eine vergleichende Untersuchung kann die unterschiedlichen Konstellationen der verschiedenen Formen von Macht und Herrschaft verstehbar machen und so einen Beitrag zum Verständnis aktueller Entwicklungen und Probleme leisten.

Prof. Dr. Matthias Becher, Promotion Konstanz 1990, Habilitation Paderborn 1995. Seit 1998 Lehrstuhl für Mittel­alterliche Geschichte in Bonn, seit 2013 Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Zentraldirektion der Monumenta Germaniae Historica (München); seit 2016 Sprecher des Sonderforschungsbereichs 1167 „Macht und Herrschaft - Vormoderne Konfigurationen in transkultureller Perspektive“. Buchpublikationen: „Karl der Große“ (Wissen in der Beck‘schen Reihe 2120) München 1999, 6. Auflage 2014; „Merowinger und Karolinger“ (Geschichte kompakt) Darmstadt 2009; „Chlodwig I. Der Aufstieg der Merowinger und das Ende der antiken Welt“, München 2011; „Otto der Große. Kaiser und Reich. Eine Biographie“, München 2012.

Februar

Montag

05.02.2018

19.30 Uhr

 

Wolfgang-Paul-Saal

Prof. Dr. Christian Borgemeister

(Entomologie)

Die Kuh im Antilopenmantel –
neue Wege der Tsetse-Fliegenbekämpfung in Afrika

Trypanosomen gehören zu den wichtigsten Krankheits­erregern in Afrika. Sie führen bei Menschen die gefürchtete Schlafkrankheit und bei Tieren eine vergleichbare Erkrankung namens Nagana herbei. Trypanosomen werden von Tsetse-Fliegen übertragen und verursachen im Falle von Nagana jährliche Verluste in der Tierhaltung in der Größenordnung von 4,6 Mrd. US-Dollar. In den Savannen Ostafrikas gibt es Tierarten, die von Tsetse-Fliegen ob ihres Geruches gemieden werden. Dazu gehören neben Zebras auch die Wasserböcke, eine Antilopen-Gattung. In langjährigen Untersuchungen gelang es einer Gruppe von afrikanischen Forschern, die bei den Wasserböcken für diese Repellenz verantwortlichen Duftstoffe zu isolieren und zu synthetisieren. Diese wurden dann in Dispensern in ein Rinderhalsband integriert. Somit verwandelt sich das Rind für Tsetse-Fliegen geruchlich in einen Wasserbock. In einem umfangreichen, zweijährigen Feldversuch in Kenia, unter Mitwirkung von 150 Massai-Hirten und deren 1.200 Rindern, konnte die neuartige Tsetse-Fliegenbekämpfung erfolgreich getestet werden.

Prof. Dr. Christian Borgemeister ist Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Entwicklungsforschung (ZEF) an der Universität Bonn und Professor für Ökologie und Management natürlicher Ressourcen. Von 2005 bis 2013 war er Generaldirektor des International Centre of Insect Physiology and Ecology (icipe), einem panafrikanischen Forschungsinstitut mit Hauptsitz in Nairobi, Kenia. Als gelernter Entomologe verbrachte Borgemeister mehr als 20 Jahre in den Tropen, sowohl in West- und Ostafrika als auch in Südostasien.

Montag

19.02.2018

19.30 Uhr

 

Schumpeter-Raum

 

Prof. Dr. Giovanni Beltrame

(Elektroingenieurwesen und Informatik)

How do you program 1000 robots?

We are currently on the verge of a new technology revolution – autonomous robots are becoming more and more present in everyday lives. From drones to self-driving cars, these systems are becoming pervasive and are acting as an enabling technology for many kinds of safety-critical applications, e.g. search-and-rescue operations, industrial and agricultural inspection, autonomous car driving, aerial mapping, monument digitization, and surgery. Major achievements in the area of swarm robotics still consist of algorithms that tackle specific problem instances. The performance of these algorithms strongly depends upon the context in which they are developed. We present a novel paradigm for the development of complex swarm behaviors. The talk will present the overall swarm-oriented approach, as well as practical examples in the area of disaster response. The new swarm-oriented programming offers the promise of letting a designer program thousands of robots in a manageable way.

Giovanni Beltrame obtained his Ph.D. in Computer Engineering from Politecnico di Milano in 2006. He worked as microelectronics engineer at the European Space Agency on a number of projects, spanning from radiation-tolerant systems to computer-aided design. Since 2010 he is Associate Professor at Polytechnique Montreal with the Computer and Software Engineering Department, where he directs the MIST Lab. His research interests include modelling and design of embedded systems, artificial intelligence, and robotics. He was awarded more than $3M in funding by government agencies and industry, and has published more than 75 papers in international journals and conferences. He is currently on sabbatical and a visiting professor at the University of Tübingen.

Dienstag

27.02.2018

19.30 Uhr

 

Wolfgang-Paul-Saal

Reihe „Meister ihres Fachs“
(früher: „Professor einst in Bonn“)

Prof. Dr. Gisbert Knopp

(Kunstgeschichte / Denkmalpflege)

Professor Paul Clemen (1866 – 1947) – Ahnherr der rheinischen Denkmalpflege und gefeierter Hochschullehrer

„Der Rhein ist mein Schicksal geworden“ – für den aus der Nähe von Leipzig stammenden Pfarrerssohn ein eindeutiges Bekenntnis zum Rheinland, seiner eigentlichen Heimat. Der Druck seiner in Straßburg angefertigten Dissertation über „Die Portraitdarstellungen Karls des Großen“ führte ihn dann endgültig ins Rheinland, wo er – erst 23jährig! – mit der Inventarisation der Kunstdenkmäler der Rheinprovinz beauftragt wurde. Diese ist bis heute ein Standardwerk der Kunstgeschichte. Als „Provinzialkonservator der Rheinprovinz“ gilt er europaweit als Pionier von Denkmalschutz und Denkmalpflege. Als Hochschullehrer war er zunächst in Düsseldorf, dann in Bonn – hier immerhin 33 Jahre – tätig. Für die Universität und die Stadt Bonn ist er eine Lichtgestalt der rheinischen Kunst und Kultur, bekannt, beliebt und verehrt. Ein Jahr vor seinem Tod ernannte ihn die Stadt Bonn zu ihrem Ehrenbürger.

Prof. Dr. Gisbert Knopp, Studium der Geschichte, Kunstgeschichte, Philosophie und Kath. Theologie in Bonn; 1968 Philologische Staatsprüfung; 1969 Magister Artium; 1972 Promotion zum Dr. phil.; 1970-1974 Wissenschaftlicher Assistent und Lehrbeauftragter am Institut für Kirchengeschichte der Universität Bonn; seit 1974 beim Rheinischen Amt für Denkmalpflege: 1985 bis 2006 Leiter der Abteilung Dokumentation und Bauforschung, zugleich Stv. Landeskonservator, Lehrbeauftragter und seit 1992 Honorarprofessor für Christliche Kunstgeschichte und Denkmalpflege an der Universität Bonn. Seit 2006 Beauftragter für Denkmalpflege und Kunstgut sowie seit 2007 Ehrenbürger der Universität Bonn. Veröffentlichungen zur Rheinischen Geschichte, zur Geschichte und Kunstgeschichte Kurkölns, zur Architektur des 19. und 20. Jahrhunderts.

März

Montag

05.03.2018

19.30 Uhr

 

Wolfgang-Paul-Saal

Bonner Köpfe.
Max G. Huber-Gedächtnisreihe, Kooperationsveranstaltung von Universitätsclub und Universität Bonn

Prof. Dr. James D. Bindenagel

(Transatlantische Beziehungen)

Der Bonner Student Carl Schurz –
Ein Leben im Auftrag der Demokratie

Carl Schurz kann als bedeutendster Deutschamerikaner des 19. Jahrhunderts und zugleich als einer der wichtigsten Staatsmänner in den USA dieser Zeit bezeichnet werden. Als Bonner Student nahm er aktiv an der letztendlich gescheiterten Revolution von 1848/49 teil, floh nach der Festnahme und angesichts des ihm bevorstehenden Todesurteils in die Schweiz und emigrierte anschließend in die USA. Auch dort kämpfte er für die Demokratie und machte eine rasante Karriere. Vom Journalisten und Anwalt der Lincoln Administration brachte er es bis zum General während des amerikanischen Bürgerkriegs, später sogar zum US-Innenminister und zum ersten deutschstämmigen Mitglied des Senats. Sein bewegtes Leben stand stets im Auftrag der Demokratie. Wurde Carl Schurz nach seiner Heimat gefragt, so antwortete der Transatlantiker: „Wo die Freiheit ist, da ist das Vaterland.“

Prof. James D. Bindenagel ist Henry-Kissinger-Professor an der Universität Bonn und gleichzeitig Leiter des der Professur zugeordneten Center for International Security and Governance. Er ist ein führender Experte für transatlantische Beziehungen mit besonderem Fokus auf dem deutsch-amerikanischen Verhältnis, das er aus jahrzehntelanger praktischer Tätigkeit als Karriere-Diplomat kennt, unter anderem als US-Botschafter in Deutschland.

Donnerstag

15.03.2018

19.30 Uhr

 

Wolfgang-Paul-Saal

2. Gesprächskonzert der Reihe
„Musizieren – Musik erklären – Musik verstehen“
in Kooperation mit dem Netzwerk Ludwig van B.

Sonja Kowollik, Leon Stüssel und John Henrik Mackenroth

Musikalische Dreifaltigkeit – Das Klaviertrio als unterschätzte Gattung

Das „Bellevue“-Klaviertrio ist trotz des jugendlichen Alters der Interpreten ein kleines kammermusikalisches Wunder: Sonja Kowollik (Klavier), Leon Stüssel (Violine) und John Henrik Mackenroth (Violoncello) kennen sich seit der Kind­heit aus ihrer Musikschule. Gemeinsam wurden sie bereits zum Sommersemester 2011 als Jungstudenten an der Musik­hochschule Münster aufgenommen. Alle drei waren zu diesem Zeitpunkt bereits solistisch Preisträger renommierter Wettbewerbe im In- und Ausland. Im zweiten Gesprächs­konzert stellen sich die 16- bis 18-jährigen Musiker der Heraus­forderung, zwei Meisterwerke der Klaviertrio-Literatur nicht nur mit ihren Instrumenten, sondern auch im Gespräch zu interpretieren.
Mozarts Klaviertrio B-Dur KV 502 entstand noch kurz vor der klassischen Blütezeit der Gattung. – Mozart beginnt damit, die Dominanz des Klaviers in Frage zu stellen und den Streichinstrumenten mehr „eigene Stimme“ zu geben. Ein ganz anderes Thema beschäftigt gut 100 Jahre später Antonín Dvořák, der in seinem berühmten „Dumky-Trio“ einen Reigen melancholischer Motive aus seiner Heimat komponiert und damit der klassischen Sonatenform ein Ende bereitet.
Der Universitätsclub setzt mit diesem Konzert seine kürzlich begonnene Veranstaltungsreihe in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Ludwig van B. fort, in der Musikstudierende nicht nur zu Konzerten eingeladen, sondern durch ihren jeweils persönlichen und fachlichen Zugang zum „Sinn und Unsinn“ von Musik auch als Musikerpersönlichkeiten erkennbar werden.

Sonja Kowollik, Leon Stüssel und John Henrik Mackenroth Foto: Joachim Müller-Klink

Dienstag

20.03.2018

16.00 Uhr

 

August-Macke-Haus

Ausstellung

„August Macke und Freunde – Begegnung in Bildwelten“

Führung durch die Direktorin Frau Dr. Drenker-Nagels
Bitte melden Sie sich bis zum 20.02.2018 unter mueller@uniclub-bonn.de oder telefonisch unter 0228/7296-0 verbindlich an.

Weitere Informationen folgen.

April

Mittwoch

11.04.2018

19.30 Uhr

 

Wolfgang-Paul-Saal

Bonner Köpfe. Max G. Huber-Gedächtnisreihe

Prof. Dr. Ulf-G. Meißner

(Theoretische Kernphysik)

Heinrich Hertz

Heinrich Hertz wurde berühmt für seine Entdeckung der elektromagnetischen Wellen. In diesem Vortrag werde ich seinen Beitrag zur Theorie des Elektromagnetismus würdigen und zwei wichtige Konzepte erklären: die elektromagnetischen Wellen und die Strahlung des sogenannten Hertzschen Dipols.

Prof. Dr. Ulf-G. Meißner: Promotion (1984 Stony Brook, USA), Habilitation (1988 Regensburg), C3 Professor für Theoretische Kernphysik und Abteilungsleiter im Institut für Kernphysik am Forschungszentrum Jülich (1996-2002), C4/W3 Professor für Theoretische Kernphysik am Helmholtz-Institut für Strahlen- und Kernphysik (seit 2003, Nachfolge Max Huber), Direktor am Institut für Kernphysik des Forschungszentrums Jülich (seit 2003), Direktor am Institute for Advanced Simulation des Forschungszentrums Jülich (seit 2010), Sprecher und Ko-Sprecher des SFB/TR 16 (2004-2016), Initiator und Sprecher des deutsch-chinesischen SFB/TR 110 (2012-2020), Fellow der American Physical Society (2009), Mitglied der Academia Europaea (2010), Lise-Meitner-Preis der European Physical Society (2016), Fellowship for Distingusihed Scientists der Chinese Academy of Sciences (2018).

Montag

16.04.2018

19.30 Uhr

 

Wolfgang-Paul-Saal

Ausstellung

Prof. Dr. Volkmar Hansen

(Neuere deutsche Literaturwissenschaft)

Thomas Mann und Luther

Mit der Ausstellung „Thomas Mann und Luther“ macht ihr Kurator, Prof. Dr. Hansen, anhand von Erst- und bibliophilen Ausgaben, Briefen, Fotos und Zeugnissen der lebendigen zeitgenössischen Debatten aus der „Otto-Mayer-Sammlung“ der ULB Düsseldorf anschaulich, welche unterschiedlichen Positionen zu Luther Thomas Mann im Laufe seines Lebens eingenommen hat.

Schon der Beginn der „Buddenbrooks“ spiegelt mit der Katechismusfrage „Was ist das?“ die protestantische Herkunft des Autors. In dessen Werk gibt es wichtige religiöse Stationen: Vor-Reformator Savonarola, ferner die Moses-Erzählung „Das Gesetz“, den Deutschland-Roman „Doktor Faustus“, den Gnadenroman „Der Erwählte“, den Werkplan „Luthers Hochzeit“. Auch in seinen Essays nimmt Mann immer wieder auf Luther Bezug. 1918 erwirbt er voller Begeisterung die Luther-Skulptur des Bildhauers Hans Schwegerle für seinen Schreibtisch. In seinem Essay „Deutschland und die Deutschen“ (1945) formuliert er jedoch: „Ich liebe ihn nicht“. – Im Nachklang des Reformationsjubiläums bietet diese für einen Tag ausgeliehene Ausstellung, die vom 19. Oktober 2017 bis 11. Januar 2018 mit großem Erfolg in Düsseldorf präsentiert wurde, einen facettenreichen literarischen Exkurs.

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Volkmar Hansen, geb. 1945, Studium in Bonn und Düsseldorf, Leitender Redakteur der hist.-krit. Heine-Ausgabe 1975/76; Direktor des Goethe-Museums in Düsseldorf (ab 1993); Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft in Düsseldorf (ab 1995); Publikationen zu Thomas Mann, Heinrich Heine, Goethe und ihre Zeit, übersetzt in mehrere Sprachen

Donnerstag

26.04.2018

19.30 Uhr

 

Wolfgang-Paul-Saal

 

Prof. Dr. Dirk Messner

(Deutsches Institut für Entwicklungspolitik)

Evolution und Zukunft menschlicher Kooperation – Kann Global Governance im 21. Jahrhundert gelingen?

Transnationaler Terror, internationale Flüchtlingsbewegungen und Spannungen zwischen „alten“ und „neuen“ Mächten scheinen die internationale Politik zu überfordern. Zugleich sind 2015 die Verabschiedung der nachhaltigen Entwicklungsziele durch die Vereinten Nationen sowie der Abschluss des Übereinkommens von Paris zum globalen Klimaschutz gelungen. Wie passen erfolgreicher Multilateralismus und die Erosionen der internationalen Ordnung zusammen? Durch die Verbindung von Ansätzen der Global Governance Forschung, evolutionärer Anthropologie  und der Verhaltenswissenschaften eröffnet Dirk Messner Einblicke in die aktuelle Forschung zu menschlicher Kooperation von den Anfängen des homo sapiens bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts.

Prof. Dr. Dirk Messner ist Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE) und Co-Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung für globale Umweltveränderungen (WBGU). Er lehrt Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen.

Prof. Dr. Dirk MessnerProf. Dr. Dirk Messner
(Foto: Deutsches Institut für Entwicklungspolitik)
Mai

Mittwoch

02.05.2018

19.30 Uhr

 

Wolfgang-Paul-Saal

Prof. Dr. Andrea Stieldorf

(Mittelalterliche Geschichte und Historische Grundwissenschaften)

Urraca, Mathilde, Konstanze und Co.
Mittelalterliche Königinnen im Münzbild

Die Prägung von Münzen ist Ausdruck von Herrschaft. Dies gilt insbesondere, wenn der Herrscher sein Bild prägen lässt. Die gelegentlich als einziges „Massenmedium“ des Mittelalters bezeichneten Münzen boten die Möglichkeit, Sichtweisen von Herrschaft über den Kreis der dem Herrscher Vertrauten hinaus bekannt zu machen. Besonders interessant ist dies, wenn Münzen Königinnen abbilden. Die Funktion dieser Darstellungen zielte je nach Kontext durchaus auf konkrete Herrschaftsansprüche, die in der Münzprägung visualisiert wurden. Bestanden derlei Ansprüche jedoch nicht, müssen andere Deutungsmuster gefunden werden. Diese weisen sehr viel breiter auf die Notwendigkeit herrschaftlicher Repräsentation hin, für die auch die Königin herangezogen werden konnte. Die Münze wird so zu einer dreidimensionalen Quelle, die Rückschlüsse auf die Stellung mittelalterlicher Königinnen ermöglicht.

Prof. Dr. Andrea Stieldorf hat den Lehrstuhl für Historische Grundwissenschaften und Archivkunde an der Universität Bonn inne. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen neben der mittelalterlichen Verfassungs-, Wissensgeschichte und Diplomatik insbesondere die Historischen Grundwissenschaften, die sich mit bildorientierten Fragen beschäftigen: Siegelkunde, Numismatik und Heraldik. Nach ihrer Dissertation über „Rheinische Frauensiegel. Studien zur rechtlichen und sozialen Stellung weltlicher Frauen im Rheinland“ (1999) beschäftigte sie sich besonders mit intermedialen Bezügen, wie etwa „Helden oder Heilige. Überlegungen zur Motivwahl reichsfürstlicher Siegel und Münzen“ (2016.).

Dienstag

08.05.2018

19.30 Uhr

 

Wolfgang-Paul-Saal

Bonner Köpfe. Max G. Huber-Gedächtnisreihe

Prof. Dr. Andreas Pangritz

(Systematische Theologie)

„Krummes Holz – aufrechter Gang“:
Helmut Gollwitzer als Theologe des Dialogs


Helmut Gollwitzer (1908 – 1993), der von 1951 bis 1957 Systematische Theologie in Bonn lehrte, hat sich wie kaum ein anderer evangelischer Theologe seiner Generation als ein politischer, und das hieß für ihn je länger je mehr: ein sozialistisch engagierter Mensch verstanden. Das hat ihm den Ruf eingebracht, ein „streitbarer“ Theologe zu sein. Diese Charakterisierung, so viel an ihr dran sein mag, verdeckt jedoch den dialogischen Charakter seiner Theologie, die ihn zu einem Brückenbauer in vielerlei Hinsicht werden ließ.

Der Vortrag konzentriert sich auf zwei Dialogfelder, auf denen sich Gollwitzer engagiert hat: das Gespräch zwischen Christen und Juden und den Dialog mit dem Marxismus, der ihn schließlich zu einem scharfen Kritiker des Kapitalismus im Zeitalter der Globalisierung werden ließ.

Prof. Dr. Andreas Pangritz lehrt Systematische Theologie und ist Direktor des Ökumenischen Instituts an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen zählen: „Der ganz andere Gott will eine ganz andere Gesellschaft.“ Das Lebenswerk Helmut Gollwitzers (erscheint im Frühjahr 2018); Karl Barth in the Theology of Dietrich Bonhoeffer, 2., erw. Aufl. (erscheint im Frühjahr 2018); Theologie und Antisemitismus. Das Beispiel Martin Luthers (2017); Vergegnungen, Umbrüche und Aufbrüche. Beiträge zur Theologie des christlich-jüdischen Verhältnisses (2015).

Mittwoch

16.05.2018

19.30 Uhr

 

Wolfgang-Paul-Saal

Prof. Dr. Ulrich Jaehde

(Pharmazie)

Arzneimittelcocktails bei älteren Patienten –
nützlich, schädlich oder lebensgefährlich?

Eine medikamentöse Therapie kann großen Nutzen bringen, ist aber oft mit erheblichen Risiken für den Patienten verbunden. Etwa 5 Prozent aller Krankenhauseinweisungen sind die Folge unerwünschter Arzneimittelwirkungen, etwa die Hälfte davon wäre vermeidbar.

Bei älteren Patienten liegt die Rate an unerwünschten Arzneimittelwirkungen deutlich höher. Dies liegt zum einen an altersbedingten physiologischen Veränderungen, zum anderen häufig an der Vielzahl der verordneten Medikamente. Diese „Polymedikation“ kann dazu führen, dass der Überblick verloren geht. Wechselwirkungen, ungeeignete Dosierungen und Anwendungsfehler sind die Folge.

Wie können diese Sicherheitslücken geschlossen werden? Welchen Beitrag kann die Wissenschaft leisten? Was können Patienten selbst tun? Im Vortrag werden mehrere Maßnahmen vorgestellt, durch welche die Arzneimitteltherapie sicherer gestaltet werden kann.

Prof. Dr. Ulrich Jaehde lehrt seit 1999 Klinische Pharmazie am Pharmazeutischen Institut der Universität Bonn. Nach der Promotion 1989 war er Postdoktorand an der Universität Leiden und Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Freien Universität Berlin. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehört die Arzneimitteltherapiesicherheit bei älteren Patienten und bei Krebspatienten. Er ist Mitglied der Koordinierungsgruppe für den Aktionsplan Arzneimitteltherapiesicherheit des Bundesministeriums für Gesundheit sowie der Arzneimittelkommissionen der Deutschen Ärzteschaft und der Deutschen Apotheker. 2011 wurde er mit dem Lehrpreis der Universität Bonn und 2017 mit dem Lehrpreis der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät ausgezeichnet.

Donnerstag

24.05.2018

19.30 Uhr

 

Wolfgang-Paul-Saal

3. Gesprächskonzert der Reihe
„Musizieren – Musik erklären – Musik verstehen“

in Kooperation mit dem Netzwerk Ludwig van B.

Judith Stapf, Violine

Aus welchem Holz …? – Musikalische Ahnenforschung in der neueren Geschichte der Violinsonate

Musikalische Wurzeln und Verzweigungen möchte die junge Geigerin der Barenboim-Zaid-Akademie Judith Stapf im dritten Konzert der neuen Konzertreihe erforschen: Warum wird einer Geiger – und aus welchen „Eltern“ wird eine Komposition für die Geige geboren? Judith, Tochter einer Sängerin und eines Pianisten, hatte sich schon fast vor dem Sprechen eigenständig für ihr Instrument entschieden. Die Violine und deren Möglichkeiten kennenzulernen, war ihr schon immer wichtiger als alles andere.

Nahezu jeder zur Klassik neigende Komponist hat für dieses Instrument komponiert, das in großen Gruppen den „Sound“ eines Orchesters bestimmt. Etliche Klassiker waren im 19. Jahrhundert auch für die Weiterentwicklung der solistischen Violine bestimmend, aber nur bei den wenigsten gehören die Violinsonaten zu ihren wichtigsten Werken. Am Beispiel von Kompositionen für Violine und Klavier von Gabriel Fauré, Aaron Copland und Elliott Carter spielt und spricht Judith Stapf über Lehrer- und Schülerbeziehungen, über Bewunderung, Annäherung und Abgrenzung, über Zuneigung und Zueignung. Dabei kommt einer Frau eine besondere Rolle zu, nämlich der charismatischen Komponistin und Dirigentin Nadia Boulanger.

Der Universitätsclub führt mit diesem Konzert seine kürzlich begonnene Veranstaltungsreihe in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Ludwig van B. fort, in der Musikstudierende nicht nur zu Konzerten eingeladen, sondern durch ihren jeweils persönlichen und fachlichen Zugang zum „Sinn und Unsinn“ von Musik auch als Musikerpersönlichkeiten erkennbar werden.

Judith StapfFoto: Markus Bollen
Juni

Donnerstag

07.06.2018

15.00 Uhr

 

Schatzkammer von St. Servatius, Kirchplatz 53721 Siegburg

Exkursion mit Führungen

Schatzkammer St. Servatius und Katholisch-Soziales Institut Siegburg

Die Schatzkammer Sankt Servatius beherbergt einen der bedeutendsten erhaltenen Kirchenschätze des Mittelalters. Als Gründer des Klosters St. Michael schuf der Kölner Erzbischof Anno II. im 11. Jahr­hundert dessen Grundlage durch die Schenkung zahlreicher Reliquien. Nach seiner Heiligsprechung im Jahr 1183 wurden seine Gebeine, aufbewahrt im prachtvollen Annoschrein, ebenfalls Teil des Kirchen­schatzes. Nach einer umfassenden Restaurierung zwischen 1994 und 2016 weihte der Kölner Generalvikar Dr. Dominik Meiering die Schatzkammer im September 2016 ein.

Die Gebäude des Klosters St. Michael wurden im 18. Jahrhundert durch Brände zerstört und durch den bis heute erhaltenen barocken Gebäude­komplex ersetzt. Nach der Ergänzung durch einen modernen Neubau ist das ehemalige Kloster seit Mai 2017 Sitz des Katholisch-Sozialen Instituts (KSI). Als modernes Tagungshaus ist das KSI zugleich Ort des Dialogs zwischen Kirche, Politik und Gesellschaft.

Katholisch-Soziales Institut SiegburgKatholisch-Soziales Institut Siegburg

Die Teilnahme ist nur nach bestätigter Anmeldung unter mueller [at] uniclub-bonn [dot] de oder telefonisch unter 0228 / 7296 - 101 möglich.

Dienstag

12.06.2018

19.30 Uhr

 

Schumpeter-Raum

Max-Huber-Gedächtnis-Reihe „Bonner Köpfe“

Prof. Dr. Heinz Schott

Johannes Müller (1801–1858) in Bonn

Der Physiologe, vergleichende Anatom und Meeresbiologe Johannes Müller studierte an der neu gegründeten Universität Bonn Medizin. Er habilitierte sich hier 1824 und wurde 1828 zunächst zum außer­planmäßigen Professor und 1830 zum Ordinarius ernannt. 1833 folgte er einem Ruf an die Berliner Universität, wo er ein Forschungslabor einrichtete, das Welt­ruhm erlangte. Seine Schüler, darunter Emil du Bois-Reymond, Hermann von Helmholtz und Rudolf Virchow, gehörten zu den wichtigsten Wegbereitern der naturwissenschaftlichen Medizin und Biologie. Der Vortrag beleuchtet insbesondere Müllers Bonner Zeit, in der romantische Naturphilosophie und exakte Naturforschung oft Hand in Hand gingen. Nebenbei war Müller Sekretär der Leopoldina, deren Präsident seinerzeit der Botaniker Christian Gottfried Nees von Esenbeck war.

Dr.med. Dr. phil. Heinz Schott, Professor (Emeritus) für Geschichte der Medizin; Studium der Medizin und Philosophie an den Universitäten Heidelberg, Glasgow und München (TU); Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Medizin der Universität Freiburg 1978-1987, Habilitation 1982; Leiter des Medizinhistorischen Instituts der Universität Bonn 1987-2016.

Johannes Müller

Mittwoch

20.06.2018

19.30 Uhr

 

Schumpeter-Raum

Dr. Andrew Flack

A world writ small: histories of the modern British zoo

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Britischen Gesellschaft statt, Vortragssprache ist englisch

Since their inception in their modern form towards the end of the eighteenth century, zoological gardens have undergone enormous change. Across the period, Britain’s zoos have often been at the heart of the story of global zoos. This lecture will explore the histories of two of Britain’s foremost zoological gardens between their inception as enlightened spaces of science, spectacle and “rational recreation”, and their more recent attempts to transform into sanctuaries for the imperiled wild.

London Zoo, established in 1828, was an emblem of imperium at the heart of the metropolis and hosted a vast array of exotic beings – human and more-than-human – across its life. Soon after it opened its gates, a swathe of smaller zoos opened across the British Isles. Few of them lasted, many succumbed to intense financial pressures. Bristol Zoo is now is the oldest surviving provincial zoo anywhere in the world. Opened in 1836, it has often been at the vanguard of innovation in the zoo world. By focusing on these two connected but rather distinct zoological gardens, this lecture will dismantle much of what you think you know about zoos.

Dr. Andrew Flack teaches modern history at the University of Bristol, having earned his doctorate from the same institution in 2014. His first book – The Wild Within: histories of a landmark British zoo (2018) – is a deep examination of the history of human encounters with animals at Bristol Zoo. He has also published in Anthrozoös, Environment and History and in Journal of Historical Geography as well as in various edited collections. He has worked with creative industry partners to experiment with new technologies and new ways of communicating the past and with the BBC across their film, print and online platforms.

Dienstag

26.06.2018

18.30 Uhr

 

Schumpeter-Raum

Dr. Rüdiger von Tiedemann

Nostalgie und Utopie: Winckelmann und der Klassizismus um 1800

Johann Joachim Winckelmann (1717–1768) gehört zu den Weg­bereitern der Kunstgeschichte und Klassischen Archäologie. Im Zentrum hier steht das von ihm entworfene Bild der griechischen Kunst und Kultur, das einen Wandel der Antike-Rezeption einleitete und den Klassizismus um 1800 wesentlich prägte. Winckelmann machte die griechische Antike zu einer Wunschzeit, nostalgisch betrauert, während die Relikte ihrer Kunst normativen Rang für die Gegenwart erhielten. Anlässlich seines 250. Todestages soll auch der biographische Kontext seiner Beschäftigung mit dem Altertum Berücksichtigung finden.

Dr. Rüdiger von Tiedemann: geb. 1944, Studium der Ver­gleichen­den Literaturwissenschaft, Ger­manistik und Anglistik in Mainz, Norwich (East Anglia) und Bonn. Promotion 1974, Wiss. Assistent in Bonn, 1978-91 Redaktion von arcadia - Zeitschrift für Vergl. Lit.wiss., 1984–2009 Lehrtätigkeit als Wiss. Mitarbeiter in Komparatistik und Germanistik an der Universität Bonn.


Johann Joachim WinckelmannJohann Joachim Winckelmann,
Gemälde von Angelika Kauffmann (Aussschnitt)
Juli

 

Mittwoch

04.07.2018

19.30 Uhr

 

Schumpeter-Raum

Vortrag musste leider ausfallen.

Max-Huber-Gedächtnis-Reihe „Bonner Köpfe“

Prof. Dr. Gisela Muschiol

Adolph Kolping (1813–1865) – Schuhmacher, Theologe, Publizist

Adolph Kolping, der von 1842–1844 an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn studierte, ist auf dem „zweiten Bildungsweg“ zum Studium gekommen. Seine erste Ausbildung war die eines Schuhmachergesellen. Bereits in seiner Gesellenzeit entdeckte er die soziale Notlage anderer wandernder Gesellen und war entsetzt angesichts ihrer menschenunwürdigen Lebensbedingungen. Dieses Thema ließ ihn nicht mehr los – auch nicht, als er aufgrund einer Krankheit seinen Beruf nicht mehr ausüben konnte, das Abitur nachmachte und danach in München und Bonn Katholische Theologie studierte. Nach seiner Priesterweihe beschäftigte er sich sowohl als Journalist als auch als Kaplan mit sozialen Fragen. Sein Engagement für den „Katholischen Gesellenverein“ führte letztlich zum heute international agierenden Kolpingwerk. Der Vortrag wird nicht nur Kolpings Lebenslauf vorstellen, sondern auch nach den besonderen Prägungen der studentischen Zeit in Bonn und München fragen.

Gisela Muschiol, Studium der Katholischen Theologie, Geschichte und Volkskunde in Münster; Pro­mo­tion in Katho­lischer Theologie, Habi­li­tation für das Fach Mittlere und Neuere Kirchen­geschichte; nach Lehrtätigkeiten an den Universität Münster, Mainz und Hannover seit 2002 Lehr­stuhlinhaberin für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn.

 

Prof. Dr. Gisela MuschiolProf. Dr. Gisela Muschiol

Montag

09.07.2018

19.30 Uhr

 

Wolfgang-Paul-Saal

In Kooperation mit den Opernfreunden Bonn

Sommerliches Konzert

Weitere Informationen folgen.

Donnerstag

12. 07.2018

19.30 Uhr

 

Wolfgang-Paul-Saal

Joseph-Höffner-Vorlesung

Prof. Dr. Jochen Sautermeister

(Moraltheologie)

Wenn seelische Krankheit zum Makel wird

Psychische Erkrankungen sind sowohl für die individuelle Lebensführung und das zwischenmenschliche Miteinander als auch für die moderne Arbeitswelt und das Gesundheits- und Sozialsystem eine große Herausforderung. Sie stellen heute die häufigste Ursache für krankheitsbedingte Frühverrentung dar. Die volkswirtschaftlichen Kosten psychischer Erkrankungen in Deutschland werden auf 16 Mrd. Euro jährlich geschätzt. Zugleich sehen sich die Betroffenen häufig mit verschiedenen Formen von Diskriminierung und Stigmatisierung konfrontiert. Im Vortrag wird das Phänomen der Stigmatisierung psychisch Erkrankter aus
ethischer Sicht beleuchtet.

Prof. Dr. theol. Dr. rer. soc. Jochen Sautermeister ist Inhaber des Lehrstuhls für Moraltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn. Zuvor war er Inhaber der Stiftungsprofessur für Moraltheologie unter besonderer Berücksichtigung der Moralpsychologie an der LMU München.

Die Teilnahme ist nur nach bestätigter Anmeldung unter mueller [at] uniclub-bonn [dot] de oder telefonisch unter 0228 / 7296 - 101 möglich.

Dienstag

17.07.2018

17.00 Uhr

 

Eingang zum Botanischen Garten (Meckenheimer Allee)

Prof. Dr. Maximilian Weigend

(Direktor des Botanischen Gartens)

Sommerabendführung durch den Botanischen Garten


Botanischer Garten Foto: Uniclub-Archiv
September

Montag

03.09.2018

19.30 Uhr

 

Wolfgang-Paul-Saal

Konzert der Four for Jazz

s‘wonderful - Treasures of Jazz

Das Quartett spielt Schätze aus dem großen „American Songbook“: Swing, Balladen, Latin und Blues.

Es sind Musiker zweier Generationen, die sich aus Bonn, Köln und Wien zusammengefunden haben:

  • Karsten Brenner, Klarinette und Tenorsaxophon
  • Harald Rutar, Klavier
  • Gerd Both, Schlagzeug

    und als besonderer Gast

  • Paul G. Ulrich, Bass, Mitglied des früheren Paul Kuhn-Trios
Die Teilnahme ist nur nach
bestätigter Anmeldung unter mueller [at] uniclub-bonn [dot] de oder telefonisch unter 0228/7296-101 möglich.
Four for Jazz

Dienstag

04.09.2018

18.00 Uhr

 

Wolfgang-Paul-Saal

Vernissage zur Ausstellung

Margot Berger

„Wege und Ziele”

Einführung: Christina zu Mecklenburg

In unserer realen Welt mit all ihren täglichen Verpflichtungen, Aufgaben und Zerstreuungen sind wir ständig optischen und akustischen Reizen und Zumutungen ausgesetzt. Die Künstlerin Margot Berger fühlt sich eher der Stille und der lautlosen Regungslosigkeit der Welt verpflichtet.

Mit Hilfe von Einzelheiten und Bausteinen aus der realen Welt, herausgelöst aus ihrem Zusammenhang und ihrer ursprünglichen Bedeutung, schafft sie in ihren Bildern Räume, die in ihrer neuen Zusammenstellung in der Realität so nicht zu finden sind. Auf diese Weise vermitteln ihre Werke Stille, Ruhe und eine Distanz zu den Dingen und der Welt um uns herum.

Die Teilnahme ist nur nach
bestätigter Anmeldung unter mueller [at] uniclub-bonn [dot] de oder telefonisch unter 0228/7296-101 möglich.
Margot Berger „Im Turm”, 2016, 50 x 70 cm„Im Turm”, 2016, 50 x 70 cm

Mittwoch

05.09.2018

19.30 Uhr

 

Wolfgang-Paul-Saal

Podiumsdiskussion in Kooperation des Uniclubs mit der Kommission für Zeitgeschichte

Die „Pillenenzyklika” Humanae vitae von 1968 und ihre Folgen – Zeitzeugen im Gespräch

Im Sommer 1968 stürzten die Veröffentlichung der päpstlichen Enzyklika »Humanae vitae« und das darin enthaltene Verbot jeglicher Form der künstlichen Empfängnisverhütung die Katholische Kirche in eine Krise. Die Auswirkungen sind bis heute spürbar. Die Gläubigen fühlten sich durch die Entscheidung des Papstes in ihrer Lebenswirklichkeit nicht ernst genommen. Es folgte ein nie dagewesener Sturm der Entrüstung, der schließlich die Verbindlichkeit lehramtlicher Aussagen im Allgemeinen auf den Prüfstand stellte und nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat.
Das öffentliche Podiumsgespräch findet im Rahmen einer mehrtägigen Tagung der Kommission für Zeitgeschichte in Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum und der Humboldt-Universität Berlin zu Vorgeschichte und Folgen der Enzyklika »Humanae vitae« im nationalen und internationalen Kontext statt.

Moderation:
Daniel Deckers, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Barbara John
Franz-Xaver Kaufmann
Hans Maier
Christa Nickels
Bernhard Voge
l

Die „Pillenenzyklika“ Humanae vitae von 1968 und ihre Folgen – Zeitzeugen im GesprächBildnachweis:
Archiv der Ev. Kirche im Rheinland, Düsseldorf (Fotograf: Hans Lachmann)

Mittwoch

19.09.2018

18.30 Uhr

 

Wolfgang-Paul-Saal

Prof. Dr. Thomas Koch

(Karlsruher Institut für Technologie)

Gehört der Diesel abgeschafft? Physikalische Information in Zeiten öffentlicher Skandalisierung

Keine Wärmekraftmaschine wurde, insbesondere von der europäischen und deutschen Industrie, derart intensiv weiterentwickelt wie der Dieselmotor. Sein entscheidender Vorteil - der hohe Wirkungsgrad bzw. günstige Kraftstoffverbrauch - wurde in den letzten Jahren mit weiteren attraktiven Merkmalen kombiniert. Den Entwicklern von Dieselmotoren ist jedoch schon immer bekannt, dass sich die wichtige Emissionsreduzierung ungleich anspruchsvoller darstellt als bei konventionellen Ottomotoren. Spätestens seit September 2015 ist der breiten Öffentlichkeit bekannt, dass die Emissionskomponente Stickstoffoxid eine große dieselmotorische Herausforderung ist. Zugleich wurden im Zuge der allgemeinen Berichterstattung viele Sachverhalte in einer Art und Weise dargestellt, die technisch unpräzise oder falsch sind und den Schwierigkeiten der Entwicklung nicht gerecht werden.

Der Vortrag gibt einen Überblick über gute und schlechte Technik­entwicklungen, Herausforderungen und den allgemeinen Trend der Emissionen und Immissionen. Neben den Stickstoffoxid-Emissionen wird auch das Verhalten der Partikelemissionen diskutiert.

 

Dieselmotor

 

Bildquelle: Brück, Cartus et al. –
Die Vision eines motornahen Nutz­fahr­zeug­katalysatorsystems; Emissionsminderung unter allen Betriebsbedingungen, 2014.

Oktober

Montag

01.10.2018

18.30 Uhr

 

Wolfgang-Paul-Saal

Prof. Dr. Wilhelm Barthlott

(Botanik)

Bionik und Biomimetics – technische Innovationen aus der Vielfalt der Natur

In rund 500 Mio. Jahren entstand eine scheinbar unerschöpfliche Biodiversität: wohl mehr als 10 Mio. Arten. Entstehen und Aussterben waren immer gekoppelt – aber durch den Ressourcen­verbrauch von 7 Mrd. Menschen mit Folgen wie Umweltbelastungen, Klimaänderung, Globalisierung und invasiven Arten stehen wir vermutlich vor einer Aussterbe-Katastrophe erdgeschichtlichen Ausmaßes.

Die biologische Vielfalt bietet „lebende Prototypen“ für technische Innovationen. Ein scheinbar neues Forschungsgebiet entstand: Bionik und Biomimetics. Es ist aber viel älter: Meilensteine sind die elektrische Batterie nach dem Vorbild des Zitterrochens (A. Volta, 1800) und bioinspirierte Flugapparate (G. Lilienthal, 1888). Der Vortrag konzentriert sich auf biologische Oberflächen, die seit unserer Entdeckung des Lotus-Effekts viele unerwartete Innovationen hervorbrachte. Wir stehen am Beginn eines Paradigmenwechsels zu neuartigen und alternativen bioinspirierten Technologien.

Wilhelm Barthlott, em. Professor für Botanik und langjähriger Direktor der Botanischen Gärten der Universität Bonn. Arbeitsgebiete: Bionik und Biodiversitätsforschung, auch im historisch-kulturellen Zusammenhang. Mitglied u.a. der Akademie der Wiss. und Literatur Mainz, der NRW-Akademie der Wiss. und Künste und der Deutschen National-Akademie Leopoldina. Träger des Deutschen Umweltpreises und weiterer Auszeichnungen.


Mittwoch

10.10.2018

19.30 Uhr

 

Schumpeter-Raum

Max-Huber-Gedächtnis-Reihe „Bonner Köpfe”

Dr. Thomas Becker

Heinrich Lübke

Heinrich Lübke, der spätere Landwirtschaftsminister und Bundespräsident, nahm sein Studium der Geodäsie im Mai 1914 in Bonn-Poppelsdorf an der Landwirtschaftlichen Akademie auf. Durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs waren ihm nur wenige Monate in Bonn vergönnt. Lübkes Rückkehr an den Rhein war ein Resultat seiner Karriere in der Bundespolitik als Bundestagsabgeordneten und später als Bundesminister für Landwirtschaft und Ernährung. 1959 wurde er zum Bundes­präsidenten gewählt und 1964 als gemeinsamer Kandidat von CDU/CSU und SPD wiedergewählt. Die Universität Bonn verlieh Bundespräsident Lübke 1966 die Würde eines Ehrensenators. Hierüber entbrannte ein Streit mit Studierenden, weil 1967 das Gerücht aufkam, Lübke habe während des Zweiten Weltkriegs als Mitarbeiter im Architekturbüro Walter Schlempp Baracken für ein KZ-Außenlager in der Flugzeugfabrik Neu-Staßfeld konstruiert. Der Vortrag geht den Beziehungen zwischen Lübke und der Landwirtschaftlichen Akademie bzw. der Universität Bonn nach. Im Vordergrund stehen die Anfänge 1914 und die Ereignisse von 1967.

Dr. Thomas Becker: Promotion 1989 (Freiburg i. Br.), Archivreferendariat 1989-1991, Archivar (1991-1995 Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, seit 1995 Universitätsarchiv Bonn) und Leiter des Universitätsmuseum Bonn (seit 2013).


Montag

22.10.2018

18.30 Uhr

 

Schumpeter-Sitzungsraum

Prof. Dr. Winfried Schmitz

(Alte Geschichte)

Nur Blutsuppe und Krieg? Das Bild Spartas in Antike und Gegenwart

Sparta hat ein schlechtes Image – zumindest in einer offenen, demokratischen Gesellschaft wie der unseren. Im antiken Sparta wurden Kinder früh den Eltern entzogen und während der gemeinschaftlichen Erziehung ausgepeitscht. Frauen sollten durch sportliche Betätigung und Beziehungen zu mehreren Männern möglichst viele Kinder für den Krieg gebären. Handwerkliche Tätigkeiten waren den Spartanern verboten – nur für Schild und Schwert sollten sie trainieren. Dieser spartanische Kosmos soll auf den legendären Gesetzgeber Lykurg zurückgehen. Aber trifft das Bild, das wir von Sparta haben, überhaupt zu? Im Vortrag wird ein neues, verblüffend anderes Bild von Sparta vorgestellt.

Prof. Dr. Winfried Schmitz: Promotion (1985 Freiburg i. Br.), Habilitation (1995 Freiburg), Professor für Alte Geschichte (1996-98 Ruhr-Universität Bochum; 1998-2003 Universität Bielefeld; seit 2003 Universität Bonn).

Prof. Dr. Winfried SchmitzProf. Dr. Winfried Schmitz

Dienstag

23.10.2018

15.00 Uhr

 

Kunstmuseum Bonn

Prof. Dr. Stephan Berg

(Intendant des Kunstmuseums Bonn)

Das Auge der Stadt – Der Flaneur vom Impressionismus bis zur Gegenwart

Die Ausstellung widmet sich dem Bild der Stadt im Blick des Flaneurs. Das fließende Sehen des Flaneurs, der ziellos über Straßen und Plätze streift und Eindrücke sammelt, erweist sich als adäquate Wahrnehmung des flüchtig instabilen Organismus der Großstadt seit Beginn der Moderne. Flaneur und Stadt sind voneinander abhängig: Die Stadt braucht den Flaneur, um ein Bild von sich zu erhalten – und sei es als fragmentarische Collage; der Flaneur braucht die Stadt als den einzig möglichen Raum seiner Existenz.

Die Ausstellung nimmt die durch Charles Baudelaire eingeführte literarische Figur des Flaneurs, der „in der Masse zuhause ist, im Wogenden, in der Bewegung, im Flüchtigen und Unendlichen”, als Ausgangspunkt, um zu fragen, wie ein flanierendes Sehen in der Kunst vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart authentische Bilder der Stadt und ihrer Bewohner herstellt.

Dienstag

30.10.2018

18.30 Uhr

 

Schumpeter-Raum

Prof. Dr. Ralph Kauz

(Sinologie)

Von der „alten” zur „neuen” Seidenstraße: Eurasiatische Interaktion in Geschichte und Gegenwart

Der Mythos der „Seidenstraße” hat durch die von China ausgehende Initiative der „Neuen Seidenstraße” – eigentlich „Ein Band, Eine Straße” – eine unvermutete Renaissance erlebt. Es ist das erste Mal in der neueren Weltgeschichte, dass eine politische Initiative dieses Umfangs von einem Land ausgeht, das noch vor ein bis zwei Dekaden als „Entwicklungsland” bezeichnet wurde. Die geplanten infrastrukturellen land- und seegestützten Maßnahmen könnten das Gesicht Europas, Afrikas und Asiens sowie die Interaktionen innerhalb dieser Kontinente nachhaltig verändern. Vor dem Hintergrund von Schlaglichtern der „historischen” Seidenstraße werden in diesem Vortrag die Ziele der Initiative „Neue Seidenstraße” vorgestellt und ihre Chancen erörtert.

Prof. Dr. Ralph Kauz studierte Politik­wissen­schaft, Sinologie und Islamwissenschaften in Stuttgart, Freiburg, Taipei, München und Teheran. Er wurde 1994 promoviert und habilitierte sich 2002 an der LMU München. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Geschichte Chinas sowie die Interaktion zwischen China, Zentralasien und Iran. Gegen­wärtig leitet er das Teilprojekt 9 „Empfang von Gesandtschaften in China als Legitimations­instrument und Ausdruck von Herrschaftsbewusstsein” im Sonderforschungsbereich 1167 „Macht und Herrschaft” der Universität Bonn.

Prof. Dr. Ralph Kauz Prof. Dr. Ralph Kauz

Mittwoch

31.10.2018

19.00 Uhr

 

Wolfgang-Paul-Saal

Friedrich Hirzebruch Lecture

Tadashi Tokieda

"A world from a sheet of paper". Hirzebruch lecture by Tadashi Tokieda on Wednesday, October 31, University Club Bonn

Starting from just a sheet of paper, by folding, stacking, crumpling, tearing, we will explore a rich variety of phenomena, from magic tricks and geometry to elasticity and the traditional Japanese art of origami. Much of the lecture consists of actual table-top demos, which you can try later with friends and family.

Professor Tadashi Tokieda is a professor of mathematics at Stanford University. He grew up as a painter in Japan, became a classical philologist in France, and has been an applied mathematician in the US and Europe. He is active in outreach in the developing world, especially via the African Institute for Mathematical Sciences..

Prof. Dr. Ralph Kauz Prof. Tadashi Tokieda
November

Montag

05.11.2018

19.30 Uhr

 

Wolfgang-Paul-Saal

Dr. Manfred van Rey

Der Erste Kreuzzug 1096: Die Urkatastrophe des rheinischen Judentums

Die Judenverfolgungen zu Beginn des Ersten Kreuzzugs 1096 stellten die Juden vor die grausame Alternative: Tod oder Taufe. Der Märtyrertod von Männern und Frauen jeden Alters, die Bereitschaft der Selbstopferung als Akt der „Heiligung des göttlichen Namens” („Kiddusch haSchem”), der auch den „Selbstmord”, die Tötung anderer und sogar die „Opferung” der Kinder einschloss, kreierten das typisch aschkenasische Bild eines Märtyrers und wurde zum – freilich umstrittenen – Ideal. Die Bereitschaft zur „Heiligung des göttlichen Namens” wurde in den hebräischen Berichten verewigt und wird bis heute tradiert. Sie stand in der Tradition von Massada und war die Urkatastrophe des rheinischen Judentums, das einschneidendste Ereignis vor dem Machtantritt der Nationalsozialisten 1933. Der Vortrag geht den Ereignissen von 1096 in Mainz, Worms, Speyer, Köln und Bonn nach, schildert die Rettung der Kölner jüdischen Gemeinde auf der Wolkenburg im Zweiten Kreuzzug und endet mit der Verfolgungswelle 1287 nach Ritualmordvorwurf an dem „guten Werner” aus Oberwesel.

Dr. Mafred van Rey: Studium 1962-68 Geschichte und Latein in Bonn. 1968 Erste Staatsprüfung. 1974 Promotion. 1987-90 komm. Leiter des im Aufbau befindlichen Stadtmuseums Bonn. 1977-80 Wiss. Mitarbeiter des Archivs des Rhein-Sieg-Kreises. Anschließend stv. Leiter, 1990-2002 Leiter des Bonner Stadtarchivs. Seit 1979 Lehraufträge an den Historischen Seminaren der Universitäten Düsseldorf und Bonn zur mittelalterlichen Numismatik und am Archäologischen Institut der Universität Bonn zur römischen Numismatik. 2005-13 Vorsitzender des Trägervereins der „Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus – An der Synagoge e.V.”

 

Mittwoch

14.11.2018

19.30 Uhr

 

Schumpeter-Raum

Vortrag ausgefallen! Findet zu einem späteren Zeitpunkt statt.

Prof. Dr. Jens Léon
(INRES)

Biodiversität – Ein wichtiger Motor für die moderne Pflanzenzüchtung

Für die Pflanzenzüchtung wird gezeigt, wie die Biodiversität uns bei der Bewältigung von Herausforderungen wie Klimawandel, Bevölkerungswachstum etc. helfen kann. Neben der Vielfalt der Ökosysteme und der Arten besteht eine bedeutende Komponente der Biodiversität in der Vielfalt innerhalb der Arten. An dieser genetischen Vielfalt ist die Pflanzenzüchtung interessiert, um die Verbraucher mit verschiedenen, aber innerhalb der Partie jeweils hochwertigen Produkten zu versorgen. Mit innovativen Methoden können die Züchter die Variabilität zwischen Pflanzen auf einzelne Gene zurückführen. Anhand von Beispielen wird gezeigt, wie groß die Variabilität innerhalb der Arten ist und wie die einzelnen Eigenschaften nutzbar gemacht werden.

Prof. Dr. Jens Léon: Studium der Agrarwissenschaften an der Christian-Albrechts Universität zu Kiel mit Schwerpunkt Pflanzenproduktion. 1982 bis 1996 Doktorand, Habilitand bzw. Privatdozent am Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung der Agrarwissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts Universität zu Kiel: 1985 Promotion bei Herrn Professor Dr. M. Hühn; 1992 Habilitation im Fach Pflanzenzüchtung. Ab 1996 Professor für Pflanzenzüchtung an der Universität Bonn. Seit 2007 Herausgeber der Wissenschaftlichen Zeitschrift PLANT BREEDING. Ab 2010 Vorstandsvorsitzender der Günter und Anna Wricke-Stiftung zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Pflanzenzüchtung.